Grunddüngung ausgewählter Kulturen
Mais
Eine Düngung mit Makronährstoffen sollte sich generell an der Abfuhr dieser Nährstoffe über die gesamte Fruchtfolge errechnen. Nährstoffentzüge für Mais sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Die Mengen an Stickstoff und Schwefel, als die beiden Nährelemente, die besonders stark der Auswaschung unterliegen, sollten immer an die Aufnahme der aktuellen Kultur angepasst werden. Weitere Makronährstoffe, Phosphor (P2O5), Kalium (K2O), Magnesium (MgO) und Calcium (CaO), können zu den Kulturen gedüngt werden, die darauf positiv reagieren. Auch hier ist die natürliche Verlagerung zu beachten, von der nur Phosphor ausgenommen ist. Positiv auf die Zufuhr von Grundnährstoffen reagieren auf gut versorgten Böden vor allem Blattfrüchte und alle Kulturen mit Getreidevorfrucht, speziell nach Hochertragsjahren. Die Ansprüche des Maises an die Nährstoffversorgung sind hoch. Aufgrund der anfangs schwachen Wurzelentwicklung hat Mais ein schlechtes Aneignungsvermögen für Phosphor. Bei der Düngeplanung muss die Unterfußdüngung unbedingt berücksichtigt werden. Hohe Bilanzsalden bei Phosphor ergeben sich nur bei hoher organischer Düngung in Kombination mit Unterfußdüngung. Sollte im Zuge der Optimierung der N-Düngung weniger organischer Dünger fallen, muss auch die ausreichende Rückführung von Phosphor beachtet werden. Bei Kalium ist die Bilanz aufgrund der hohen Entzugswerte auch oft schon bei hohen Gaben von organischen Düngern negativ!!
Nährstoffentzüge

Sonnenblume
Die Grunddüngung ist ein wesentlicher Bestandteil der Nährstoffversorgung von Sonnenblumen und beeinflusst die Ertragsleistung sowie die Stresstoleranz der Kultur entscheidend. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Phosphor (P) und Kalium (K) bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Kultivierung.
Tab.: Nährstoffbedarfswerte Sonnenblumen (Nährstoffgehalte in kg/dt Frischmasse (%) nach DüV)

Phosphorbedarf
Der Phosphorbedarf der Sonnenblume liegt bei etwa 1,6 kg P2O5 pro dt Korn. Phosphor ist essenziell für die Energieversorgung der Pflanze, die Ausbildung eines tiefen und stabilen Wurzelsystems sowie die generative Entwicklung. Auf Standorten mit niedriger P-Versorgung ist eine Unterfußdünung (UFD) empfehlenswert. Hierbei können Düngemittel wie:
- DAP (Diammonphosphat),
- MAP (Monoammonphosphat),
- TSP (Triple-Superphosphat) oder
- Volldünger
zum Einsatz kommen. Eine UFD ermöglicht eine gezielte Versorgung der Pflanzen in der frühen Wachstumsphase, was besonders auf Standorten mit geringer Verfügbarkeit von pflanzenverfügbarem Phosphor von Vorteil ist.
In der Regel sollte die P-Düngung im Rahmen der Fruchtfolge erfolgen und zur Grundbodenbearbeitung oder Saatbettbereitung eingebracht werden. Dies reduziert Fixierungsverluste und stellt sicher, dass der Phosphor den Pflanzen über die gesamte Vegetationsperiode hinweg zur Verfügung steht.
Kaliumbedarf
Sonnenblumen haben einen sehr hohen Kaliumbedarf von etwa 13 kg K2O pro dt Korn. Kalium ist entscheidend für die Regulierung des Wasserhaushalts der Pflanze, die Photosynthese sowie die Stärkung der Zellwand. Zudem erhöht eine gute Kaliumversorgung die Toleranz der Sonnenblume gegenüber biotischen Stressfaktoren, insbesondere gegenüber Botrytis.
Strategien zur Kaliumdüngung
Auf sorptionsschwachen Böden, die Kalium nur begrenzt speichern können, ist eine Teilung der Kaliumdüngegaben sinnvoll. Eine empfohlene Strategie umfasst:
- Vordüngegabe: Eine Teilgabe sollte vor der Saat ausgebracht werden. Dies gewährleistet eine ausreichende Grundversorgung während der Keimung und Jugendentwicklung.
- Einarbeitung: Eine gezielte Einarbeitung, beispielsweise mit der Drille, sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Kaliums im Wurzelraum.
- Ergänzungsdüngegaben: Bei länger anhaltenden Wachstumsperioden oder hohen Ertragszielen kann eine spätere Kaliumergänzungsdünge sinnvoll sein. Mögliche Ätzschaden sollten bei einer Kaliumgabe im Bestand bedacht werden.
Bedeutung der Fruchtfolge
Die Düngeplanung sollte im Kontext der gesamten Fruchtfolge erfolgen. Eine ausgewogene PK-Düngung für die gesamte Fruchtfolge reduziert Nährstoffverluste und optimiert die Effizienz der Nährstoffnutzung. Sonnenblumen profitieren insbesondere von einer langfristigen Kaliumanreicherung im Boden, was durch eine standortangepasste Fruchtfolgegestaltung unterstützt werden kann.
Fazit
Die Grunddüngeplanung bei Sonnenblumen erfordert eine standort- und bedarfsgerechte Strategie. Durch eine gezielte Versorgung mit Phosphor und Kalium kann die Ertragsleistung gesteigert und die Stresstoleranz erhöht werden. Eine Anpassung an die spezifischen Standortbedingungen und eine Integration der Dünge in die Fruchtfolge sind essenziell für eine nachhaltige Bewirtschaftung und eine optimale Ressourcennutzung.
Öllein
Die Pflanzenentzüge für P2O5 und K2O sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Der Schwefelbedarf liegt bei 20-25 kg S/ha. Eine ausreichende Schwefel- und Magnesiumversorgung sind wichtig für einen hohen Ölgehalt. Eine organische Düngung sollte zu Öllein nicht erfolgen. Die schwer kalkulierbare N-Nachlieferung aus der Organik kann hier wieder zur Reifeverzögerung des Strohs führen. Der Einsatz von chlorhaltige Kalidüngern (60er Kali, Korn-Kali) sollte aufgrund der Chloridunverträglichkeit von Öllein vermieden werden. Auf leichten Standorten sollte die P- und K-Düngung im Frühjahr vor der Aussaat erfolgen. Auf besseren Standorten und bei einer Versorgungsstufe von mindestens C kann der Nährstoffentzug im Rahmen der Fruchtfolge gedüngt werden.
Nährstoffgehalte in kg/dt Frischmasse (%) nach DüV) und für 20 dt/ha Kornertrag

Ackerbohne
Die Grunddüngung spielt eine zentrale Rolle im erfolgreichen Anbau von Ackerbohnen. Als Leguminose ist die Pflanze in der Lage, atmosphärischen Stickstoff zu fixieren. Um dieses Potenzial optimal auszuschöpfen und die Pflanzengesundheit sowie die Ertragsleistung zu fördern, ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit den Haupt- und Spurennährstoffen essenziell. Dabei sollte die Fruchtfolgedüngung unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen von Ackerbohnen erfolgen.
Nährstoffentzüge
Phosphor
Die Verfügbarkeit von Phosphor (P) ist entscheidend für die Besiedelung der Wurzeln mit Knöllchenbakterien, die für die Stickstofffixierung verantwortlich sind. Ein ausreichendes P-Angebot fördert das Wurzelwachstum und die Symbioseaktivität.
- Düngeempfehlung: Die Phosphordüngung sollte im Rahmen der Fruchtfolgedüngung auf Basis der Bodenanalyse und der Entzugswerte erfolgen. Der Düngebedarf orientiert sich dabei an einem Entzug von ca. 1,5 kg P2O5 pro dt Ertrag (Korn + Stroh).
- Applikation: Eine Grunddüngung vor der Aussaat ist optimal, um die Verfügbarkeit während der Jugendentwicklung sicherzustellen.
Kalium
Kalium (K) beeinflusst sowohl den Kornertrag als auch den Rohproteingehalt positiv. Zudem ist Kalium entscheidend für den Wasserhaushalt der Pflanze und die Zellstabilität.
- Düngeempfehlung: Der Kaliumbedarf liegt bei etwa 4,0 kg K2O pro dt Ertrag (Korn + Stroh), entsprechend ca. 200 kg K2O/ha bei einem Ertrag von 50 dt/ha.
- Applikation: Ein Großteil des Kaliumbedarfs wird zur Blüte aufgenommen, weshalb eine zeitige Düngung, je nach Boden im Herbst oder zeitnah vor der Aussaat, sinnvoll ist.
- Zusatzstoffe: Düngemittel mit Schwefel- und Magnesiumanteilen (z. B. Korn-Kali) sind empfehlenswert, da sie die Versorgung mit diesen Nährstoffen gleichzeitig sicherstellen.
Schwefel
Schwefel ist ein zentraler Bestandteil der Proteinbildung und an der Umsetzung von Luftstickstoff in pflanzenverfügbaren Stickstoff beteiligt. Ein Mangel kann die Stickstofffixierung und den Ertrag beeinträchtigen.
- Düngeempfehlung: Der Schwefelbedarf liegt bei etwa 20–25 kg S/ha. Dies kann durch die Ausbringung von schwefelhaltigen Düngemitteln wie Kieserit (1 dt/ha) oder Korn-Kali gedeckt werden.
- Applikation: Die Düngung sollte zeitnah zur Vegetationsperiode erfolgen, um eine optimale Verfügbarkeit sicherzustellen.
Magnesium
Als Zentralatom im Chlorophyll ist Magnesium für die Photosynthese und die Biomassebildung essenziell.
- Düngeempfehlung: Der Bedarf an Magnesium liegt bei etwa 20–25 kg MgO/ha. Dieser wird in der Regel durch Mehrnährstoffdünger wie Korn-Kali abgedeckt.
- Applikation: Alternativ kann Magnesium in Form von Bittersalz appliziert werden, insbesondere bei Magnesiummangel auf leichten Böden.
Fazit
Die Grunddüngung bei Ackerbohnen sollte gezielt an den Nährstoffbedarf angepasst werden, um die Stickstofffixierung und die Ertragsbildung zu optimieren. Phosphor fördert die Knöllchenbildung, Kalium steigert den Ertrag und die Proteingehalte, Schwefel unterstützt die Stickstoffumsetzung, und Magnesium ist essenziell für die Photosynthese. Eine bedarfsgerechte Versorgung trägt zur nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit und langfristigen Ertragsstabilität bei.
Sojabohne
Die Grunddüngung erfolgt nach den Nährstoffentzügen. In der bundeseinheitlichen Vereinbarung zum Vollzug der Düngeverordnung werden folgende Entzüge je dt Sojabohnen veranschlagt:

Sojabohnen können Phosphat-Bodenvorräte gut erschließen, auf gut versorgten Böden ist keine P-Düngung notwendig. Diese kann normal im Rahmen der Fruchtfolge erfolgen. Auf schwach versorgten Böden kann eine Unterfußdüngung mit TSP oder DAP (ca. 20−30 kg/ha P) erfolgen, allerdings können die inokulierten Bakterien sensitiv reagieren (Sirski, 2017). Die Kaliumdüngung sollte im Rahmen der Fruchtfolge gedüngt werden. In der Karpatenbedecke wird häufig die Grunddüngung vor der Grundbodenbearbeitung durchgeführt und dies gegebenenfalls auch schon im Herbst. Kalium nie direkt mit der Saat ausbringen, da Sojabohnen halophobe Pflanzen sind und empfindlich auf eine hohe Salz Konzentration reagieren kann.
Der Literatur nach ist eine Schwefeldüngung zu Sojabohnen nicht erforderlich. Dies kann zum einen an den relativ geringen Entzügen (~ 10 kg S/ha) liegen. Weiterhin begünstigt die sehr späte Bestandesentwicklung die Aufnahme von bodenverfügbarem Schwefel, da diese in die Phase starker Schwefel-Mineralisation fällt.
Lupine
In der nachfolgenden Tabelle sind die Nährstoffgehalte in kg/dt Frischmasse der Lupinenarten dargestellt.
Tabelle: Nährstoffgehalt in kg/dt Frischmasse der blauen und weißen Lupine, Daten entnommen aus Umsetzung der Düngeverordnung, Sächsische Landesamt für Landwirtschaft, 2012

Hinweis: HNV ist 1:1 (Verhältnis Frischmasse Korn zu Stroh)
Der Schwefelbedarf liegt bei ca. 20−25 kg/ha. Die Versorgung mit Schwegel kann über 1 dt/ha Kieserit, 1,5 dt/ha Patentkali oder 1 dt/ha Calciumsulfat (Gips) erfolgen.
Hervorzuheben ist das P-Aneignungsvermögen von Lupinen. Die Lupine kann durch Extraktionsstoffe der Wurzeln festgelegten Phosphor aufschließen und als Nährstoff verwenden. Das ist für die nachfolgenden Kulturen der Fruchtfolge von entscheidender Bedeutung.
Sommerraps
Die Grunddüngung des Sommerrapses gliedert sich an den Bedarf und die Entzüge des Winterrapses an. Berücksichtigt wird das geringere Ertragsniveau. In der folgenden Tabelle sind die Bedarfs- und Entzugswerte für einen Ertrag von 30 dt/ha dargestellt.

