Marktkommentar - News für KW 07/2021 - Region Schleswig-Holstein


Paris: Raps auf dem Weg zu 500 €/t? (14. Februar 2021)

Der Ölsaatenmarkt setzte seit Jahresbeginn seinen Aufwärtstrend rund um den Globus fort. Vor einem Jahr galt die Versorgungslage aufgrund der hohen Vorräte als gut. Die Marktteilnehmer waren der Meinung, dass die Käufer jeden Tag ihren Nachfragewunsch am Markt decken können. Die knappe Rapsversorgung wurde durch die Sojabohne und die Sonnenblume ausgeglichen. Diese Situation hat sich seitdem von Monat zu Monat leicht verändert. Die Sojabohnenkurse in Chicago sind in den vergangenen sechs Monaten von 330 $/t auf 475 $/t gestiegen. Mitte Januar wurde sogar ein Kurshoch von 525 $/t erreicht. Am europäischen Rapsmarkt fiel die Kursrallye etwas verhaltender aus. Der Mairaps 2021 kletterte von 377 €/t im letzten Jahr um 73 €/t auf knapp 450 €/t. Eine weltweite starke Nachfrage bei einer unsicheren Angebotslage hat zu der grundlegend veränderten Marktsituation geführt. In den Jahren 2008, 2010 und 2012 übersprang der Kurs in Paris die Marke von 500 €/t. Einige Landwirte erinnern sich an Gutschriften des Handels mit Durchschnittspreisen inklusive Öl von 500 €/t. Kann sich diese Situation im Frühjahr 2021 wiederholen?

Knappheit bestimmt den Preis

Sinkende Vorräte

Regen in Südamerika

Pflanzenöle auf Rekordniveau

Kanadischer Raps an der 500-€-Marke

Schlussfolgerung für die Vermarktung

Jojo-Bewegungen an der Börse (31. Januar 2021)

In der zweiten Januarhälfte waren täglich sehr starke Kursbewegungen in Paris und Chicago bei Getreide und Ölsaaten zu beobachten. In Paris schwankte der Mairaps zwischen 420 und 441 €/t und der Märzweizen zwischen 222 €/t und 240 €/t. Die täglichen Bewegungen versetzen die Beobachter ins Staunen. Mit der Börseneröffnung stiegen die Kurse, um in der zweiten Tageshälfte wieder zu fallen. An anderen Tagen verlief die Kursentwicklung umgekehrt. Es ist kein klares Handelsmuster zu erkennen. Die Börse ist derzeit ein Eldorado für Spekulanten. Innerhalb eines Tages konnten schnell 3 bis 5 €/t gewonnen oder verloren werden. Auch die Wochentage zeigten kein klares Muster. Während die Kurse in der dritten Januarwoche für die Mehrzahl der Kontrakte am Freitag fielen, stiegen sie am darauffolgenden Freitag. Das Auf und Ab ist für die Marktteilnehmer nicht vorhersagbar. In diesem Haifischbecken müssen die Verarbeiter, Händler und Landwirte Verkauf- und Kaufentscheidungen fällen. An den schnellen Kursbewegungen sind nicht die Spekulanten oder vornehm ausgedrückt die Kapitalanleger Schuld. Sie verstärken sicherlich die Geschwindigkeit der Kursänderung. Hintergrund der Jojo-Bewegungen ist die starke Verunsicherung am Markt. Täglich wird erneut die Frage gestellt, ob bis zur Ernte 2021 auf der Nordhalbkugel für alle genug Ware da sein wird. Über die Antwort herrscht eine hohe Unsicherheit. An einigen Tagen ist die Mehrzahl der Marktteilnehmer der Meinung, dass die Kursrallye überzogen ist und daher gehen die Preise zurück. An anderen Tagen überwiegen die Bullen am Markt, die die Nachfrage am Getreide- und Ölsaatenmarkt höher als das Angebot einschätzen. Im Folgenden werden die aktuellen Marktfaktoren analysiert und deren Folgen für die Vermarktung aufgezeigt.

Knappe Versorgung bis zur Ernte 21

Hohe weltweite Exporte

Fragezeichen hinter Südamerika

Entspannung zur Ernte 2021?

Schlussfolgerung für die Vermarktung