Marktkommentar - News für KW 06/2021 - Region Schleswig-Holstein


Kursrallye nimmt erneut Fahrt auf (13. Januar 2021)

Der gestrige USDA-Bericht sorgte erneut für Überraschungen. Es wurde erwartet, daß die südamerikanische Mais- und Sojabohnenernte angepaßt wird. Stattdessen lag die Hauptanpassung der Daten in der US-Produktion.
Beim Mais wurde die argentinische Ernte um 1,5 Mio. t auf 47,5 Mio. t gesenkt und die brasilianische Ernte um 1 Mio. t auf 109 Mio. t. Dagegen wurde die US-Ernte um 8 Mio. t auf 360 Mio. t nach unten korrigiert. Das US-Ministerium hat den Durchschnittsertrag gegenüber dem Vormonat um 2,4 dt/ha gesenkt. Damit liegt der Durchschnittsertrag „nur“ bei 110 dt/ha. Diese fehlende Menge schlägt auf dem Weltmarkt durch. Die US-Exporte sollen um 2,5 Mio. t auf 65 Mio. t sinken und die dortigen Vorräte gegenüber der Vormonatsprognose um 4 Mio. t. Gleichzeitig wurden die chinesischen Maisimporte um 1 Mio. t angehoben. Auch ohne China sollen die Maisvorräte gegenüber dem Vorjahr um 10 Mio. t auf 92 Mio. t abnehmen.
Bei der Sojabohne wurde die argentinische Ernte gegenüber dem Vormonat um 2 Mio. t auf 48 Mio. t gesenkt und die brasilianische Ernte ließ das USDA mit 133 Mio. t konstant. Dagegen wurde die US-Ernte um 1 Mio. t auf 112,5 Mio. t gesenkt.
Die Trockenheit in Südamerika wurde durch das USDA insbesondere für Brasilien nur sehr vorsichtig in den Versorgungsbilanzen angepaßt. Die Unsicherheit über die südamerikanische Ernte wird den Markt aber noch in den kommenden Wochen beschäftigen.

An den Börsen führte der Bericht zu einem Kursfeuerwerk. In den USA stieg der Märzweizen um 10 $/t auf 244 $/t (200 €/t), der Mais um 16 $/t auf 210 $/t (173 €/t) und die Sojabohne um 24 $/t auf 522 $/t (430 €/t). Paris folgte der US-Börse mit einem Plus von 6 €/t für den Märzweizen (224 €/t), für den Raps um 4 €/t auf 441 €/t und für den Mais um 5 €/t auf 208 €/t. Für die Ernte 2021 betrug das Plus in Paris zwischen 2 und 3 €/t.

Am heutigen Mittwoch war die US-Börse in Chicago für Mais und der Sojabohne weiter im Plus. Es ist abzuwarten, wie schnell die Verarbeiter und Händler in Deutschland auf die Börsen reagieren. Ein Rückgang der Preise ist kurzfristig nicht in Sicht.