Marktkommentar - News für KW 49/2020 - Region Schleswig-Holstein


Ölsaatenmarkt: Anhaltender Aufwärtstrend (29. November 2020)

Mit dem Beginn der Corona-Pandemie trug der weltweite Ölsaatenmarkt Trauerflor. Die Kurse an den Börsen fielen von Januar bis Mitte März 2020. Ausgehend vom Rückgang des Rohölpreises um zwischenzeitlich 70 % fiel der Kurs für Sojaöl um 28 %, für die Sojabohne um 12 % und der Rapskurs um 20 %.  In Paris wurden am 16. März nur noch 335 €/t für den eingelagerten Raps gezahlt. Daraus leiteten sich Preise ab Hof von 310 bis 325 €/t ab. Neun Monate später ist die Markteinschätzung auf den Kopf gestellt. Die Kurse für Sojaöl und die Sojabohne haben in den USA bereits das alte 5-Jahreshoch aus Dezember 2016 überschritten und in Paris nähert sich der Rapskurs dem Höchststand vom 27. Januar 2017 in Höhe von 428 €/t. Trotz der Coronakrise mit regionalen Lock-down und einer damit verbundenen Krise der Weltwirtschaft scheinen die Preise insbesondere für Ölsaaten unaufhaltsam zu steigen. In diesem Beitrag wird die veränderte Marktsituation beschrieben und die Entwicklung für die kommenden Monate abgeschätzt.

Optimismus statt Pessimismus

China wieder in der Erfolgsspur

Knappe Sonnenblume

Günstiger Raps

Vermarktung der Ernte 21

Schlussfolgerung für die Vermarktung

Aufwärtstrend ohne Ende? (15. November 2020)

Abgesehen von einem kurzen Zwischentief zum Monatswechsel Oktober/November, bewegen sich die Kurse an den internationalen Märkten seit Wochen nach oben. Während an den Börsen die Kurse von Mais und Weizen stetig steigen, explodierten in der zweiten. Novemberwoche die Kurse für Sojabohnen. Palmöl und Raps. Mit dem Erscheinen des Novemberberichtes des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, USDA, bestätigte sich die Sorge um die weltweite Versorgung mit Getreide und Ölsaaten. Die Januarbohne in Chicago kletterte innerhalb weniger Tage um knapp 20 $/t auf 421 $/t und der Februarraps in Paris um 11 €/t auf 409 €/t. Der Kurs für Palmöl in Kuala Lumpur sprang im November sogar um umgerechnet 82 €/t auf 695 €/t. Dagegen bewegten sich die Kurse für Weizen und Mais auf beiden Seiten des Atlantiks nach leichten Kursgewinnen seitwärts. Die schnellen Bewegungen an den Börsen haben sich zeitverzögert an den regionalen Märkten widergespiegelt. Ein Teil der Marktteilnehmer ist von dem Kursanstieg an den Börsen überrascht worden. Noch im Sommer wurde ausgehend von der USA und der Ukraine eine weltweite Maisschwemme erwartet. Gleichzeitig waren die weltweiten Weizenvorräte hoch. Am Ölsaatenmarkt wurde neben einer hohen US-Ernte eine hohe Ernte in Südamerika prognostiziert und in Südostasien eine hohe Palmölernte. Hinzu kamen die Damoklesschwerter Corona und ASP. Von diesen optimistischen Ernteprognosen ist nicht mehr viel übriggeblieben. Darüber hinaus hat China mit seinen hohen Einkäufen von Ölsaaten und Getreide die Welt überrascht. Im Folgenden werden diese wichtigen Marktfaktoren analysiert und deren Auswirkungen für die weitere Preisentwicklung kommentiert.

Falscher Eindruck

China auf Einkaufstour

Auswirkung auf die EU-27

Knappes Sojabohnenangebot

Schlussfolgerung für die Vermarktung

Kurzmeldung: USDA-Bericht: Starke Korrektur (11. November 2020)

Nach dem Erscheinen des USDA-Berichtes am gestrigen Abend um 18:00 stieg in Paris der Februarraps um 8 €/t auf 409 €/t, der Dezemberweizen um 2,75 €/t auf 212 €/t und der Januarmais um 2,5 €/t auf 192 €/t. In Chicago stieg der Weizen um 7 $/t, der Mais um 8 $/t und die Sojabohne um knapp 20 $/t. Gleichzeitig bewegten sich das Währungsverhältnis von Euro zu US-Dollar und der Rohölkurs seitwärts. Der Grund für die Marktbewegung: Das USDA hat am gestrigen Abend die Versorgungsbilanzen stark korrigiert.
Die weltweite Getreideernte wurde um 9 Mio. t und die weltweiten Getreidevorräte um 10 Mio. t zurückgenommen. Insbesondere in den USA betrug das Minus der Vorräte 9 Mio. t. Statt eines früher erwarteten Bestandsaufbaus sollen die Vorräte in den USA gegenüber dem Vorjahr um 11 Mio. t sinken. Weltweit sollen die Vorräte ohne die Berücksichtigung von China und Indien auf dem niedrigen Vorjahresniveau verharren. Die großen Korrekturen sind auf die USA und die Ukraine zurückzuführen. In den USA wurde die Maisproduktion gegenüber der Oktoberschätzung um knapp 5 Mio. t gesenkt, in der Ukraine nach der Trockenheit um 8 Mio. t und in der EU-27 um 2 Mio. t. Aufgrund der Lücke in der Ukraine wird erwartet, dass die USA ihre Maisexporte um 8 Mio. t erhöhen und die EU-27 ihre Importe um 4 Mio. t senken wird. Dagegen soll China seine Importe gegenüber der Vormonatsprognose um 8 Mio. t erhöhen
Bei der Ölsaatenproduktion wird gegenüber der Vormonatsprognose weltweit ein Minus bei den Vorräten von 2,5 Mio. t und gegenüber dem Vorjahr von 11 Mio. t prognostiziert. Gleichzeitig wurden die Vorräte für Pflanzenöle und Ölschrote ebenfalls um jeweils 1 Mio. t nach unten korrigiert.   Insgesamt beträgt damit das Minus der Vorräte gegenüber dem Vorjahr 16 Mio. t. Insbesondere die niedrige US-Sojabohnenernte mit einem Minus von 2,6 Mio. t und weltweit sogar von 6 Mio. t gegenüber der Vormonatsschätzung sowie ein Rückgang der Sonnenblumenproduktion mit einem Minus von 1 Mio. t haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Vor allem die sehr niedrigen US-Vorräte zum 30. August 2021 werden als problematisch angesehen, zumal die brasilianischen Vorräte aus der Ernte 2020 im Januar fast aufgebraucht sein werden. Darüber hinaus stehen noch immer Fragezeichen hinter der südamerikanischen Ernte im ersten Halbjahr 2021. Die hier widrigen Aussaatbedingungen wurden nur begrenzt vom USDA in der aktuellen Schätzung berücksichtigt.
Zurzeit wird empfohlen mit der Vermarktung erst einmal abzuwarten, bis sich der Anstieg der Börsen auf die regionalen Märkte übertragen hat.