Marktkommentar - News für KW 34/2018 - Region Schleswig-Holstein


Sojabohne bremst Rapspreis (10. August 2018)

Im Schatten des Getreidemarktes haben sich die Preise am europäischen Rapsmarkt in den vergangenen Wochen stetig nach oben entwickelt. Der Novemberraps in Paris ist seit Erntebeginn um 20 €/t auf 383 €/t gestiegen. Die deutschen Ölmühlen notieren aktuell bis zu 5 €/t oberhalb des Börsenkurses. Die höchsten Preise werden in Niedersachsen und der Rheinschiene gezahlt. Regional werden den Landwirten aufgrund der niedrigen Ernte Preise ab Station knapp unterhalb des Börsenkurses genannt. Neben der knappen Inlandsversorgung wurde der Rapsmarkt durch die Entwicklung des internationalen Ölsaatenmarktes gestützt. In Chicago stieg der Kurs für die November-Sojabohnen von Mitte Juli bis zum 10. August um 24 $/t auf 330 $/t (288 €/t). Trotz des Importzolls der chinesischen Regierung für US-Sojabohnen hatten sich die Kurse an der US-Börse erholt. Mit dem Erscheinen des Augustberichtes über die weltweite Angebots- und Nachfrageentwicklung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) mit der Erwartung einer US-Rekordernte für die Sojabohne brach der Kurs in Chicago innerhalb weniger Minuten ein. Er gab um 15 $/t auf 315 $/t (274 €/t) nach. Der Kurs in Paris blieb dagegen stabil. Im Folgenden werden die Preispotenziale für den europäischen Rapsmarkt diskutiert.

Ausreichende Weltversorgung

Hoher Preisabschlag für die US-Bohne 

Weniger Raps

Teures Rapsschrot und Rapsöl

Schlussfolgerung für die Vermarktung

Vermarktung in der Trockenheit (26. Juli 2018)

Die Getreideernte kommt zügig voran und wird in den ersten Augusttagen vielerorts beendet werden. Mit über 30°C brennen die Temperaturen in vielen Teilen der EU-28 weiter auf die Pflanzen. In Deutschland werden Ertragsrückgänge auf 20 bis 40 % von den Landwirten geschätzt. Die höchsten Ertragseinbußen erleiden die Landwirte in Nord- und Ostdeutschland. Aber auch aus Süd- und Westdeutschland wurden regional Ertragseinbrüche gemeldet. Aktuell fehlt weiterhin der Überblick für eine Konkretisierung der Werte. Infolge der Hitze und Trockenheit stehen mittlerweile auch hinter den Sommerkulturen Mais und Zuckerrüben viele Fragezeichen. Besonders betroffen sind auch die Rinderhalter, die dringend auf Regen für die Wiesen und Weiden angewiesen sind. 

Die EU-28 steuert insgesamt auf ein schwieriges Erntejahr zu. Neben dem Ostseeraum von Dänemark über Deutschland und Polen bis ins Baltikum meldet auch Großbritannien ein deutliches Wasserdefizit. In Frankreich sollen trotz ausreichender Niederschläge aufgrund der Hitze im Juli die Erträge hinter den Erwartungen zurückfallen. Regional war es darüber hinaus in der Kornfüllungsphase zu feucht. Aufgrund guter Frühjahrsniederschläge hat dagegen Spanien eine sehr gute Ernte eingefahren. In Rumänien, Bulgarien und Ungarn werden nach der sehr guten Vorjahresernte in diesem Jahr Erträge leicht über dem 5-jährigen Durchschnitt erwartet. Im MARS-Bericht vom 23. Juli über die Vegetationsentwicklung erwartet die EU-Kommission gegenüber dem Vorjahr einen Ertragsrückgang bei Getreide um 4,5 % auf 56 dt/ha. Gegenüber dem Vormonat wurde der Durchschnittsertrag um 1 dt/ha herabgesetzt. Bei einer Anbaufläche von 55 Mio. ha sind dies 5,5 Mio. t. Das USDA sieht den Durchschnittsertrag sogar nur bei 55 dt/ha und ADM Germany bei 53 dt/ha. Der IGC liegt mit seiner Schätzung vom 26. Juli mit einer Getreideernte von 291 Mio. t am unteren Ende der Bandbreite. Die Ernteschätzungen werden auch in den kommenden Wochen weiterhin mit einem hohen Grad an Unsicherheit behaftet sein.

Preisrallye setzt sich fort

Schlussfolgerungen für die Vermarktung