Marktkommentar - News für KW 32/2010 - Region Schleswig-Holstein
Neuer USDA-Bericht
Der neue Monatsbericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zeigt ein sehr differenziertes Bild. Obwohl die zahlen aufgrund der aktuellen Witterungsverhältnisse rund um den Globus überholt sind, erden die Marktverhältnisse für das laufende Vermarktungsjahr sichtbar.
Die weltweite Getreideproduktion (inkl. Reis) sinkt gegenüber der Vormonatsprognose um 24 Mio. t auf 2,213 Mrd. t. Dies wären 14 Mio. t weniger als im Vorjahr. Dabei soll die Produktion von Weizen um 34 Mio. t sinken, Futtergetreide um 4 Mio. t und Reis um 16 Mio. t steigen. Für die Vorräte bedeutet es ein Minus bei Weizen von 19 Mio. t und bei Futtergetreide von 16 Mio. t. Dagegen steigen die Vorräte bei Reis um 2 Mio. t.
Das Verhältnis von Verbrauch zu Vorrat beträgt noch 20 % (Vj. 22 %) für Getreide insgesamt und beim Weizen sogar 26 %.
Damit scheint auf den ersten Blick der derzeitige Hausse die Grundlage zu fehlen und sich als reine Spekulationsblase zu entpuppen. Der zweite Blick zeigt aber ein völlig anderes Bild. Bei der der Betrachtung der einzelnen Länder ergibt sich folgende Situation: Einer Rekordernte in den USA steht eine schwache Ernte in Europa gegenüber.
Weniger Weizen in Osteuropa
Das USDA verringerte die Weizenproduktion in Russland gegenüber dem Vormonat um 8 Mio. t auf 45 Mio. t (Vj. 62 Mio. t), in der Ukraine um 3 Mio. t auf 17 Mio. t (21 Mio. t), in Kasachstan um 2,5 Mio. t auf 14 Mio. t (17 Mio. t) und für die EU-27 auf 4,5 Mio. t auf 137,5 Mio. t (139 Mio. t). Auffällig ist noch
Turbulente Zeiten
Russland brennt und verhängt ein Exportstopp, Kasachstan vertrocknet, die Ernteerwartungen in der EU-27 werden durch die Hitze getrübt, aktuell führt der Regen und die Unwetter zu Ernteverzögerungen. Sowohl Wetter auch die Politik treiben die Märkte.
Die Weizenkursen überschritten weltweit die 200-€-Marke. In Paris übersprang der Novemberweizen am Donnerstag von 13:00 bis 16:00 Uhr die Marke von 230 € (Kurshoch 236 €/t – Schlußkurs 224 €/t)) und am Freitag zur Börseneröffnung für 5 Minuten (232 €/t). Bis Freitag 15:30 Uhr hielt sich der Kurs noch über 220 €/t. Anschließend fiel er bis zum Ende des Tages auf 209,5 €/t. In Chicago machte er eine ähnliche Entwicklung durch. Dort verlor er am Freitagabend 22 $/t und schloß mit umgerechnet 201 €/t. Insgesamt stiegen die Kurse in Paris .....
Steigende Preise – Was tun?
Mit dem Beginn der Hitzewelle in Europa ist weltweit ein Aufwärtstrend am Getreide- und Ölsaatenmarkt zu beobachten. In den ersten drei Juliwochen stieg der Novemberweizen in Paris von 140 €/t auf 172 €/t und der Augustraps von 310 auf 363 €/t. Dabei kratzte der Novemberweizen 2010 mit 178 €/t am 15. Juli an der 180 €-Marke und die Frühjahrsmonate 2011 hatten sogar kurzfristig diese Marke übersprungen. Ein ähnliches Bild zeigte der Rapskontrakt, der am gleichen Tag in allen Monaten die 370 €-Marke erreichte, bevor am Folgetag der Markt um 8 €/t fiel. Das Auf und Ab bezeichnen Börsianer als Jojo-Effekt. Diese hohen Schwankungen finden in Paris bei sehr hohen täglichen Börsenumsätzen statt. So wurden allein am 16. Juli 44.000 Weizenkontrakte (2,2 Mio. t) und 14.600 Rapskontrakte gehandelt (730.000 t). Während zu Beginn des Aufwärtstrends in der 1. Juli Woche der Kontraktbestand (Open interest) beim Weizen nahezu konstant geblieben ist, stieg er in den letzten 2 Wochen um 36.000 Positionen (34%) auf 142.000. Auch beim Raps konnte in Paris trotz des auslaufenden Augustkontraktes ein Anstieg um 17 % auf 75.000 beobachtet werden. Die deutliche Zunahme des Kontraktbestandes ist ein Indikator für einen Fortbestand des Aufwärtstrends. Die Börsen in Chicago, Winnipeg, London und Budapest folgten der Bewegung in Paris. Während der derzeitigen Hitzeperiode gehen die Marktbewegungen von Paris aus. Sie hat die Preisleitfunktion übernommen. Bevor die amerikanischen Börsen eröffnen, schauen die sich Amerikaner die europäische Entwicklung an bevor der Handel startet. Diese Beobachtung konnten wir schon während der Hausse 2007 machen.
Zeitverzögert
Die regionalen Kassamärkte ...........
