Marktkommentar - News für KW 31/2010 - Region Schleswig-Holstein


Turbulente Zeiten

Russland brennt und verhängt ein Exportstopp, Kasachstan vertrocknet, die Ernteerwartungen in der EU-27 werden durch die Hitze getrübt,  aktuell führt der Regen und die Unwetter zu Ernteverzögerungen. Sowohl Wetter auch die Politik treiben die Märkte.
Die Weizenkursen überschritten weltweit die 200-€-Marke. In Paris übersprang der Novemberweizen am Donnerstag von 13:00 bis 16:00 Uhr die Marke von 230 € (Kurshoch 236 €/t – Schlußkurs 224 €/t)) und  am Freitag zur Börseneröffnung für 5 Minuten (232 €/t). Bis Freitag 15:30 Uhr hielt sich der Kurs noch über 220 €/t. Anschließend fiel er bis zum Ende des Tages auf 209,5 €/t. In Chicago machte er eine ähnliche Entwicklung durch. Dort verlor er am Freitagabend 22 $/t und schloß mit umgerechnet 201 €/t. Insgesamt stiegen die Kurse in Paris .....

Steigende Preise – Was tun?

Mit dem Beginn der Hitzewelle in Europa ist weltweit ein Aufwärtstrend am Getreide- und Ölsaatenmarkt zu beobachten. In den ersten drei Juliwochen  stieg der Novemberweizen in Paris von 140 €/t auf 172 €/t und der Augustraps von 310 auf 363 €/t. Dabei kratzte der Novemberweizen 2010 mit 178 €/t am 15. Juli an der 180 €-Marke und die Frühjahrsmonate 2011 hatten sogar kurzfristig diese Marke übersprungen. Ein ähnliches Bild zeigte der Rapskontrakt, der am gleichen Tag in allen Monaten die 370 €-Marke erreichte, bevor am Folgetag der Markt um 8 €/t fiel. Das Auf und Ab bezeichnen Börsianer als Jojo-Effekt. Diese hohen Schwankungen finden in Paris bei sehr hohen täglichen Börsenumsätzen statt. So wurden allein am 16. Juli 44.000 Weizenkontrakte (2,2 Mio. t)  und 14.600 Rapskontrakte gehandelt (730.000 t). Während zu Beginn des Aufwärtstrends in der 1. Juli Woche der Kontraktbestand (Open interest) beim Weizen nahezu konstant geblieben ist, stieg er in den letzten 2 Wochen um 36.000 Positionen (34%) auf 142.000. Auch beim Raps konnte in Paris trotz des auslaufenden Augustkontraktes ein Anstieg um 17 % auf 75.000 beobachtet werden. Die deutliche Zunahme des Kontraktbestandes ist ein Indikator  für einen Fortbestand des Aufwärtstrends. Die Börsen in Chicago, Winnipeg, London und Budapest folgten der Bewegung in Paris. Während der derzeitigen Hitzeperiode gehen die Marktbewegungen von Paris aus.  Sie hat die Preisleitfunktion übernommen. Bevor die amerikanischen Börsen eröffnen, schauen die sich Amerikaner die europäische Entwicklung an bevor der Handel startet. Diese Beobachtung konnten wir schon während der Hausse 2007  machen.

Zeitverzögert

Die regionalen Kassamärkte ...........