Marktkommentar - News für KW 26/2010 - Region Schleswig-Holstein
Hitze treibt Getreidepreise
Noch zu Beginn der letzten Junidekade waren die Gedanken bei einer verspäteten Ernte und deren mögliche Folgen für die Betriebsorganisation hinsichtlich des Drusches und vor allem für die nachfolgende Rapsaussaat. Die einsetzende Hitzewelle zum Monatswechsel veränderte europaweit das Bild. Von Großbritannien über Frankreich bis nach Rumänien leidet das Getreide unter den hohen Temperaturen. Vor allem auf den leichten Standorten ist mit deutlichen Ertragsrückgängen zu rechnen. In Südosteuropa hat die Gerstenernte begonnen. Dort werden Gerstenpreise von 80 bis 95 €/t genannt. Sogar auf den leichten Standorten im Süden und Südosten Deutschlands wurde Gerste gedroschen. Die ersten Ergebnisse zwischen 50 und 70 dt/ha bei schwachen Hektolitergewichten zwischen 55 und 60 sind nicht repräsentativ. Dort sollen Gerstenpreise von 90 bis 100 €/t bezahlt worden sein.
Kurssprung in Paris
Die Hitzewelle hat besonders in Paris zu einem regen Handel bei einem deutlichen Kursanstieg geführt. In der 26. Kalenderwoche stieg der Weizenkurs von 140 €/t auf 150 €/t. Es wurden insgesamt 90.000 Weizenkontrakte in Paris gehandelt. Dies entspricht einer Menge von 4,5 Mio. t. Allein am Mittwoch war der Kursanstieg von 5 €/t mit einem Handelsvolumen von 1,3 Mio. t Weizen verbunden. Interessant ist dabei der Blick auf die Anzahl der offenen Kontrakte. Sie blieben mit 106.000 Kontrakten gegenüber der Vorwoche nahezu konstant. Normalerweise nehmen im Aufwärtstrend die Anzahl der offenen Positionen zu. Das derzeitige Verhalten läßt darauf schließen, dass zum einen heftig an der Börse spekuliert wurde. Es scheinen sich viele ..............
Ende der Rapsrallye?
Zu Beginn der dritten Juniwoche setzte der weltweite Rapsmarkt zum Höhenflug an. In Kanada stiegen die Kurse für den Novemberraps von Montag bis Mittwoch um 40 kan. $/t auf 430 kan. $/t. Auf Eurobasis betrug der Kurs am Mittwoch 340 €/t. An der Matif in Paris wurde in der Spitze 334 €/t bezahlt. Dies waren 20 €/t mehr als in der Vorwoche. In der Landwirtschaft wurden ab Station deutschlandweit Preise zwischen 300 und 320 €/t geboten. Nach dem steilen Anstieg fielen die Kurse bis zum Wochenende um 10 €/t an den Börsen Insgesamt wurden in Paris in der dritten Juniwoche 33.300 Kontrakte gehandelt. Dies entspricht einer Menge von 1,7 Mio. t. Die positive Stimmung am Markt wird durch den Anstieg des Open Interest (offenen Kontrakte) um 8.500 auf 58.500 (2,5 Mio. t) verdeutlicht. Bemerkenswert ist dieser steile Anstieg, da sich sowohl die Sojabohnenkurse an der Leitbörse in Chicago, als auch die Sonnenblume in Budapest im gleichen Zeitraum seitwärts bewegt haben. Im folgenden werden die Hintergründe des Kursanstieges und die Einflußfaktoren für die weitere Entwicklung beschrieben.
Aussaatprobleme in Kanada
In Kanada neigt sich das Aussaatfenster für Getreide und Raps .......
Die Agrarmärkte und die Euroschwäche
Während seit Jahresbeginn die Kurse an den internationalen Börsen fallen, steigen die Kurse in der EU-27 an. Besonders seit Anfang April driften die Kurse in Nordamerika und in der EU-27 auseinander. Deutlich wird dies besonders am Rapsmarkt. Während der Kurs seit Jahresbeginn für den Novemberraps in Winnipeg von 425 kan. $/t auf 381 kan. $/t gefallen ist, ist der Kurs für den Novemberraps in Paris um 18 €/t auf 313 €/t gestiegen. Besonders seit Anfang April geht die Schere zwischen den beiden Börsen immer weiter auseinander. Eine ähnliche Entwicklung zeigt der Weizen. Während in den USA der Kurs für den Dezemberweizen in den letzten 2 Monaten um 20 $/t auf 180 $/t gefallen ist, stieg der Kurs für den Novemberweizen in Paris zwischenzeitlich um 15 €/t auf 146 €/t. In der ersten Juniwoche gab er ein Teil der Gewinne wieder ab und schloß mit einem Kurs von 139,5 €/t. Hintergrund der Entwicklung in der EU-27 und den Wettbewerbern am Exportmarkt ist in erster Linie die Euroschwäche.
Das Dollar-Euroverhältnis
Zu Beginn des Jahres war der Euro noch 1,45 US-$ wert. Bis Ende März fiel er auf 1,35 US-$ und seit der verschärften Finanzkrise in Griechenland nahm der Währungsverfall weiter zu. Am Ende der ersten Juniwoche wurde der Euro sogar nur noch zu einem Kurs von 1,20 US-$ gehandelt. Damit verlor er .........
